Klockenhagen ist ein kleiner, staatlich anerkannter Erholungsort am Eingang zum Fischland und am Rande der Rostocker Heide mit ihren drei Naturschutzgebieten. Klockenhagen liegt im Hotspot 29, einer für Deutschland einzigartigen Küsten- und Waldlandschaft. Nachfolgend einige Beispiele unserer besonders schützenswerten Flora und Fauna.

 

 

 

Eisvogel

Der Eisvogel lebt an den Böschungen von langsam fließenden oder stehenden Gewässern. Vielen ist er durch sein farbenprächtiges Gefieder bekannt. Der Rücken ist azurblau und der Bauch ist orange bis rostrot gefärbt. Der Eisvogel ernährt sich von Fischen und Wasserinsekten. Dabei kann er bis zu 10 cm große Fische mit einmal verschlingen. Der Eisvogel gilt in Deutschland immer noch als eine streng geschützte Art. Im 19. Jahrhundert wurde er stark bejagt, da seine Federn für Damenhüte benutzt wurden. Heute gilt sein Lebensraum als bedroht, da fast alle Flüsse und Bäche in Europa reguliert und die Feuchtgebiete trockengelegt wurden. Auch verschmutztes und saures Wasser entzieht dem Eisvogel die Nahrungsgrundlage. Der Erhalt naturnaher Bachläufe ist der beste Schutz für den Eisvogel.

 

Wasseramsel

Der etwa starengroße Singvogel hat seinen Lebensraum entlang schnell fließender, klarer Gewässer. Sie ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten, gelegentlich auch von kleinen Fischen. Die Wasseramsel ist eine der wenigen Singvögel, die ihre Beute fliegend und tauchend erjagt. Dabei kann sie bis zu 30 Sekunden unter Wasser verbringen. Die Nistplätze sind oft rar und werden deshalb oft jahrelang beibehalten. Das Nest befindet sich nur wenige Zentimeter über der Wasserlinie, häufig an Uferböschungen oder Brücken und Gebäuden. Nach einem drastischen Rückgang der Bestände in den 60-er Jahren, konnte sich die Anzahl der Wasseramseln nach umfangreichen Maßnahmen seit den 80-er Jahren wieder erholen. Größte Gefahr sind heute die Verunreinigung der Gewässer und zunehmende Freizeitaktivitäten im Bereich der Brutgebiete.

 

Seeadler

Den Seeadler findet man in einigen Gebieten der nordöstlichen Rostocker Heide. Er ist der größte Greifvogel in Mitteleuropa. Seine Größe beträgt 70-95 cm, die Flügelspannweite bis 2,50m und das Gewicht bis zu 7kg. Diese Angaben beziehen sich auf das Weibchen, das Männchen ist kleiner. Der Seeadler jagt vorzugsweise an Binnenseen und erbeutet dort bis zu mehrere Kilogramm schwere Fische. Auch Schwimmvögel und sogar Graureiher werden gejagt. Der Seeadler hat keine natürlichen Feinde, außer den Menschen. Saubere Gewässer und eine natürliche Umwelt sind der beste Schutz für unsere Seeadler.

 

Weißstorch

 „Adebar“ gehört seit langer Zeit zum Ortsbild von Klockenhagen. In der Zeit von 1996 bis 2015 wurden hier 38 Jungstörche ausgebrütet. Die großen weißen Vögel mit den schwarzen Flügeln und ihren roten Schnäbeln und Beinen sieht man oft auf den Wiesen rund um Klockenhagen. Er ernährt sich hauptsächlich von Fröschen, Mäusen, Insekten, Würmern und Fischen. Der Weißstorch wird bis zu 35 Jahre alt und wenn es ihm gefällt, bleibt er seinem Horst und seinem Weibchen ein Leben lang treu!

 

 

Wasserfeder

Die europäische Wasserfeder ist auch als Wasserprimel bekannt. Ihre 30 bis 50 cm langen weißen Blütenstände sieht man von Mai bis Juli. Diese Wasserpflanze findet man in moorigen und sumpfigen Gebieten der östlichen Rostocker Heide. In der Naturmedizin wird sie auch als Arzneipflanze verwendet. Die Wasserfeder ist in Deutschland besonders  gesetzlich geschützt und steht auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

 

 

Schlingnatter

Schlingnattern sind recht zierliche Schlangen mit einer Länge bis zu 90 cm. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Mitteleuropa, wobei in den nördlichen Regionen nur wenige Vorkommen bekannt sind. Ihren Namen verdankt sie ihrer Jagdmethode, bei der die Beutetiere mit dem Maul gepackt und durch Umschlingen mit dem Körper getötet werden. Sie erbeuten vorwiegend Eidechsen und Mäuse. Die Schlingnatter steht unter Naturschutz. Die Hauptgefahr für die Schlingnatter besteht allerdings in der Zerstörung ihres Lebensraumes. Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung werden wichtige Biotope zerstört.

 

Kranich

Die Schönheit des Kranichs und seine spektakulären Balztänze haben schon in der Antike die Menschen beeindruckt. In verschiedenen Kulturen wird der Kranich deshalb auch als ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit betrachtet. Sie erreichen eine Größe bis zu 130 cm und eine Spannweite der Flügel bis zu 250 cm. Kraniche sind elegante Flieger: sie legen Langzeitflüge von 2.000 km nonstop zurück bei einer Geschwindigkeit bis zu 65 km/h. Den Winter verbringen sie im südlichen Europa, bzw. nördlichen Afrika. Dabei folgen sie einer westeuropäischen oder einer Route über den Balkan. Kraniche ernähren sich sowohl tierisch als auch pflanzlich. Bei den großen Herbstsammlungen werden hauptsächlich Ernterückstände verspeist. Der Kranich ist in Deutschland eine streng geschützte Art, sein Bestand gilt als stabil. Die größten Gefahren bestehen durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. 

  

Fischotter

Der Fischotter ist einer der besten Schwimmer unter den Landraubtieren. Einschließlich Schwanz kann er eine Länge bis zu 130 cm und ein Gewicht bis 12 kg erreichen. Auf Grund der Haardichte seines Fells ist er ausgezeichnet gegen Kälte und Nässe geschützt. Auf einen Quadratzentimeter Haut kommen etwa 50.000 Haare, das sind insgesamt etwa 100 Millionen. Das Verbreitungsgebiet ist ganz Mitteleuropa, wobei an vielen Stellen die Population ausgestorben ist. Der Fischotter liebt flache Flüsse mit zugewachsenen Ufern und Überschwemmungsgebiete. Dort ernährt er sich hauptsächlich von Fischen, Enten, Fröschen und Bisamratten. In Deutschland scheinen sich die Bestände zu erholen. Die größte Gefahr für den Fischotter besteht durch das Einbringen von Pestiziden in die Gewässer. 

 

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